Posts mit dem Label Drohnenmütterchen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Drohnenmütterchen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 15. April 2015

Ausgewintert!

Winterverlust

In den letzten Wochen war nicht viel los an den Bienenstöcken. Entweder waren die Temperaturen zu niedrig oder der Wind blies den Immen zu stark unter die Flügel. Von den beiden Stürmen wollen wir mal gar nicht mehr sprechen! :) 

Daher habe ich mich zusammenreißen müssen die Beuten nicht zu öffnen, und so blieb mir nur ein gelegentlicher Blick durch die Folie und die Beobachtung der Fluglöcher (wenn denn doch an einigen Tagen das Wetter mal stimmte).

Letztes Wochenende war es dann aber endlich wieder soweit: Der Smoker wurde in Gang gesetzt, der Schleier übergezogen und der Stockmeißel gezückt. 

Bei der ersten Durchsicht bestätigte sich leider, was ich bei den bisherigen Beobachtungen schon vermutet hatte. Ein Volk war weisellos, sprich die Königin nicht mehr am Leben. Einige der Arbeiterinnen hatten schon begonnen Eier zu legen.

Über dieses Thema habe ich schon in zwei Beiträgen ausführlich berichtet, sodass ich an dieser Stelle nicht mehr intensiv darauf eingehen werde. Wer will, liest hier noch einmal nach:






Drohnenbrütig in der Theorie
















Drohnenbrütig in der Praxis








Die wenigen, überhaupt noch besetzten Waben, sahen leider so aus:


Den Rest des Volkes habe ich dann abfegen müssen.

Aber die anderen beiden Völker entwickeln sich gut. Eines der Völker hat gleich seinen zweiten Brutraum erhalten, das andere Volk wird am kommenden Wochenende erweitert.

Ich wäre natürlich lieber mit drei Völkern in das Jahr gestartet, aber auch bei der Imkerei kann leider nicht immer alles nach Plan verlaufen...bzw. gerade dort! :)

Am Stand schaut es nun also so aus:

Suchbild: Was hat der Imker vergessen wegzuräumen? :)
Abschließend noch ein Hinweis: Den ersten Stich in 2015 habe ich bereits erhalten. Nachdem sich eine Biene erst in meinen Haaren verfing, hat sie sich nach dem Entkommen direkt auf meinen Handrücken gestürzt und sich dort mit ihrem Stachel verewigt. :)


Sonntag, 6. Juli 2014

Drohnenbrütigen Ableger...

...auflösen in der Praxis.

Hier nun der "Praxis-Post" zum Thema drohnenbrütiger Ableger. Wie habe ich das Volk aufgelöst?

Als erstes wurde in mehreren Metern Entfernung ein weißes Tuch ausgebreitet. Dieses Vorgehen ist nicht unbedingt erforderlich, aber ermöglicht das Finden und Abfangen der Drohnenmütterchen. 

hier das Tuch als Stillleben mit Kater :)

Dann wurde der Smoker angeschmissen, denn das Volk muss stark eingeraucht werden. 


Danach wird das Volk von seinem Standort genommen, die nebenstehenden Völker etwas zusammen gerückt.


Das aufzulösenden Volk wird nun Wabe für Wabe aus der Beute genommen und die ansitzenden Biene auf das Tuch geschlagen.




Die Bienen fliegen nun zurück zum Stand und betteln sich in die übrigen Völker ein. Vor den Fluglöchern war entsprechend viel los!



Auf dem Tuch bleiben die nur bedingt flugfähigen Drohenmütterchen und einige Begleitbienen zurück. 




Ist die Chefin aus dem Haus...

...macht das Fußvolk was es will!

Mein Verdacht, dass einer meiner Ableger drohnenbrütig sein könnte, hat sich leider bestätigt. Mein Imkerpate konnte mir leider auch keine bessere Nachricht überbringen. Das Volk muss nun leider auflöst werden.

Zunächst ein kurzer Überblick was die Drohnenbrütigkeit eigentlich ist.

Diese tritt dann auf, wenn ein Volk längere Zeit ohne Königin ist. Die Bienen merken, dass sie keine Königin mehr haben, da die Pheromone, die diese normalerweise im Stock verteilt, nicht mehr vorhanden sind. Wenn dann auch keine Chance mehr besteht eine neue Königin nachzuschaffen, übernehmen eine oder mehrere Arbeiterinnen die Führung im Bienenvolk und beginnen Eier zu legen. Da die Arbeiterinnen aber nie begattet wurden, legen sie nur unbefruchtete Eier und aus diesen schlüpfen leider nur männliche Bienen, also Drohnen. Da Drohnen weder Honig sammeln, noch Brut pflegen, sondern alleinig für die Begattung von Königinnen zuständig sind, ist das Volk leider nicht überlebensfähig.

Da die Arbeiterinnen die Eier in normalgroße Wabenzellen legen, die Drohnenbrut aber normalerweise größere Zellen benötigt, werden die Zellen nach oben von den Bienen erweitert. Daher nennt man die Drohnenbrütigkeit auch Buckelbrut. Dies schaut dann so aus:



Warum tun die Bienen so etwas? Die erste Begründung, die man mir gab war: Panik. 
Die für mich schlüssigere Begründung lautet: Um auf diesem Wege zumindest auf der männlichen Seite etwas zur "Fortpflanzung" der Bienen beizutragen. 

Aber wie geht der Imker nun damit um? Die Bienen des drohnenbrütigen Volks werden genutzt um andere Völker zu verstärken. Dabei dürfen die Waben aber nicht einfach mit den Bienen in andere Völker gehängt werden, denn die Drohnenmütterchen (so werden die eierlegenden Arbeiterinnen genannt) dürfen auf keinen Fall in die anderen Völker.

Daher werden die Waben des drohenbrütigen Volkes einige Meter vom Bienenstand abgeschlagen. Die Bienen fliegen danach zurück zum Stand und betteln sich in andere Völker ein. Wichtig ist daher vor dem Auflösen das Volk ordentlich einzurauchen, damit sich alle Bienen mit Honig vollsaugen, um beim Zurückfliegen "Gastgeschenke" mitzubringen zu können und ins neue Volk gelassen werden.  Aber warum fliegen die Drohnenmütterchen nun nicht auch zurück? Weil sie durch das Eierlegen so schwer geworden sind, dass sie nicht mehr flugfähig sind. Sollten sie wider erwarten doch zu den anderen Völkern gelangen, werden sie von den Wächterinnen der Völker am Flugloch abgewiesen.

Nun habe ich schon wieder sehr viel Theorie für euch aufgeschrieben, obwohl ich eigentlich ganz praktisch über das Auflösen des Volkes berichten wollte. Das mache ich dann wohl in einem anschließenden Post. 
Aber ich denke es ist auch nötig, dass man halbwegs nachvollziehen kann, warum ich gewisse Schritte an den Völkern durchführe.