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Sonntag, 19. September 2021

Die Fluchten der Bienen...

 ...und dem ersten richtigen eigenen Honig

In den vergangenen Jahren habe ich schon oft in etlichen Schleuderräumen gestanden, Honigwaben entdeckelt und verschiedene Honigschleudern bedient. Allerdings waren es nie meine eigenen Gerätschaften, die ich bediente, sondern ich nutze die Ausstattung von befreundeten Imkern.

In diesem Jahr wollte ich aber auf die nötigen Absprachen und den Zeitdruck verzichten, den es verursacht, wenn man in der Honigsaison den Schleuderraum eines Imkers blockiert. Zu Beginn der Bienensaison wartete also eine große Lieferung auf mich. Neben diversen Verbrauchsmaterialen und anderen Utensilien zur Honigernte, eben auch eine eigene Honigschleuder! (Ich werde mich an anderer Stelle nochmal genauer dazu auslassen, wie ich zu meinem Wunschmodell gekommen bin.)

Bei der diesjährige Rapsernte sollte die Schleuder eingeweiht werden. Das Wetter in diesem Jahr war zwar zur Vollblüte recht regnerisch und vor allem windig, dennoch waren die Bienen fleißig und haben einiges an Nektar gesammelt. 

Das Wetter grau in grau!

Doch bevor die vollbepackten Waben in der Schleuder landen können, müssen diese aus den beiden Völkern möglichst schonend entnommen werden. Da die Bienen in diesem Jahr nahe von zu Hause standen, waren Bienenfluchten das Mittel der Wahl.

Bienenfluchten gibt es in unterschiedlichen Größen, Formen und Materialien. Letztlich sind es aber kleine "Labyrinthe" bei denen die Bienen zwar auf der einen Seite hineinfinden und auf der anderen wieder hinauskommen, aber eben nicht andersherum. Hineinlaufen tun sie aus einem einfachen Grund, es zieht sie wieder zur Königin, genauer zu deren Pheromonen. Deshalb auch die kleinen Löcher:

Hier ein Beispiel mit erster Probandin.

Nochmal ganz praktisch: Man legt einen Zwischenboden mit eingesetzten Fluchten auf den untenliegenden Brutraum und setzt den Honigraum wieder obenauf. Natürlich derart, dass die Bienen vom Honigraum nach unten finden und nicht andersherum. 😄 Das sieht dann so aus:

Brutraum mit aufgesetztem Zwischenboden und Fluchten.

Nach ungefähr 24 Stunden ist der Honigraum dann faktisch bienenleer und kann einfach abgenommen und nach Hause transportiert werden. Wenn die Bienen an einem nahen Standort stehen, wirklich die beste Wahl der Honigernte. Für den Imker, als auch für die Bienen. Einzig die Wartezeit von einem Tag macht diese Methode bei einer Wanderung oft untauglich.

Der Honigraum ist bienenleer und bereit zum Abtransport.

So nun genug von der langweiligen Theorie, ich habe eingangs Honig versprochen! Hier ist er - mein erster, mit eigener Schleuder geernteter Honig läuft aus dem Quetschhahn! Natürlich habe ich nun ein paar Arbeitsschritte übersprungen, aber genug der Theorie für heute! Den Rest erfahrt ihr ein anderes Mal! 😉👍

Der erste Honig läuft aus der eigenen Schleuder.

Mittwoch, 29. Juli 2015

Im Schleudergang

Den ersten eigenen Honig schleudern

Im letzten Beitrag hatte ich über die Honigernte an den Völker berichtet. Damit ist der Honig aber ja noch lange nicht im Glas! Der nächste Schritte ist das Schleudern.

Da Honigschleudern nicht zu den günstigsten Anschaffungen im Leben eines Imkers gehören, habe ich bei einem anderen Imker meine Waben in Rotation versetzt.


Honigschleudern gibt in den unterschiedlichsten Ausführungen und Preisklassen. Von der Zwei-Waben-Handkurbel-Schleuder, bis zur XX-fach-Radialschleuder ist alles erhältlich. 

Mein Honig kam aus einer Sechs-Waben-Selbstwendeschleuder. 
Die Waben werden in die Aufnahmekörbe gehängt werden. Deckel zu, den Rest erledigt die Maschine "fast von alleine". Jedenfalls übernimmt sie selbstständig das Wechseln der Schleuderrichtung. 
Denn: "Waben rein und volle Pulle in eine Richtung is nicht". Der Druck würde die Waben zerstören. Also erst in eine Richtung "anschleudern", dann wenden, langsam steigern und dann erst "Vollgas".

Aber der Imker hat im Schleuderraum dennoch genug zu tun. Denn die Waben müssen vor dem Schleudern erst entdeckelt werden. Hierbei wird mit einer Entdeckelungsgabel die Wachsschicht, welche die Zellen verschließt entfernt. 

Entdeckelungsgabel vorne im Bild

Vor dem Entdeckeln sieht die Waben im Idealfall so aus

Dann kommt sicherlich der schönste Teil des Imkerns. Der erste eigene Honig fließt aus der Schleuder! Als das Schuften, Schleppen und Schwitzen hat sich gelohnt! :)


Der Honig ist dann aber immer noch nicht abfüllbereit. In der Regel muss er noch gerührt werden, damit er eine cremige Konsistenz erhält und nicht mit Hammer und Meißel aus dem Glas geholt werden muss, da er steinhart geworden ist. Damit dann weiter beim nächsten Mal.

Samstag, 10. Januar 2015

Norddeutsche Großimkertage...

...mit Imkerlatein und etwas Größenwahn?

Heute war ich in Soltau unterwegs. Dort fanden die "Norddeutschen Großimkertage" statt. Großimkertage? Ist der Neuimker etwas größenwahnsinnig geworden? Nein, die Veranstaltung steht allen Interessierten offen, wobei unser Hauptaugenmerk auf der angeschlossenen Imkerbedarfsmesse und den dort ausgestellten Honigschleudern lag. Ein mitgereister Jungimker plant nämlich die Anschaffung einer eigenen Schleuder für die nächste Honigernte, da war hier natürlich eine besondere Gelegenheit verschiedene Modelle in Augenschein zu nehmen und direkt zu vergleichen.




Waren wir mit diesem Anliegen erfolgreich? Naja, wir sind etwas schlauer was die Gerätschaften und deren Ausstattungen betrifft, insbesondere deren Preis, aber eine abschließende Entscheidung konnten wir noch nicht treffen.
Wir wurden aber wieder Zeuge, dass folgender Spruch auf jeden Fall zutrifft: "5 Imker, mindestens 7 Meinungen":
"Wichtig ist auf jeden Fall, dass...!"   -   "Quatsch! Auf jeden Fall brauchst Du....!"  -  "Ich würde ja lieber auf ... zurückgreifen!"   -  "Die besten Ergebnisse erzielt man mit..."  :)
Da ist es gut, dass die Veranstaltung auch am Sonntag noch stattfindet und die Schleuderauswahl vielleicht morgen vom Jungimker abschließend getroffen werden kann, weniger Imkerlatein wird man aber auch dann sicher nicht zu hören bekommen. :)




Bei den mitgereisten Imkern, die bereits größere Völkerzahlen bewirtschaften, lag das besondere Augenmerk auf einer automatischen "Honigernte-Maschine". Dabei wird das Entdeckeln und Schleudern der Honigräume fast vollautomatisch übernommen. Das war natürlich sehr interessant, aber würde ich jetzt über die Anschaffung eines solchen Gerätes nachdenken, müsste ich mir sicherlich wirklich Größenwahn vorwerfen lassen. Vom Preis, und, dass ich vor der Anschaffung ein neues Haus bauen müsste mal ganz abgesehen. :)


Schlecht zu erkennen, aber die Ausmaße waren wirklich enorm


Die Maschine nimmt Rähmchen gleich zargenweise auf!

Insgesamt war es ein wirklich interessanter und informativer Tag. Ich kann daher auch anderen Neulingen (und natürlich erfahrenen Imkern) nur empfehlen sich vom Begriff "Großimker" nicht abschrecken zu lassen und bei einer solchen Veranstaltung vorbeizuschauen. Viele der einschlägigen Händler waren mit ihren Waren vertreten, egal ob Beutensysteme, Schleudern, Wachsschmelzer oder sonstiges Imkerzubehör man konnte sich an Ort und Stelle ein Bild unterschiedlicher Hersteller machen. Dies sicher auch gerade für Einsteiger ideal!

Vielleicht sehen wir uns ja dann im nächsten Jahr vor Ort - zu Imkerlatein und ein bisschen Größenwahn. :)