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Sonntag, 10. Oktober 2021

Im Schleudergang Teil 1

 Im Schleudergang Teil 1 - Trockene Theorie

Vorweg: Hier geht es wirklich nur um die graue Theorie, der Praxis-Beitrag wird wieder lebendiger, Ehrenwort! :)

Ich hatte ja versprochen, dass ich ein wenig berichte, wie ich meine Honigschleuder ausgewählt habe. Da ich ja bisher bei Imkern geschleudert habe, die ein paar mehr Völker hatten, lief meine erste allererste grobe Auswahl ungefähr so aus:

Handkurbel? Nein, Motor muss schon sein. Waben per Hand wenden? Ne, Selbstwenden sollte sie schon können. Händischer Richtungswechsel? Nein, Automatik gibt's doch auch. Leider wird es dann sehr schnell sehr teuer und ich musste mir "eingestehen", dass eine solche Schleuder für mich überdimensioniert ist. Wo also Abstriche machen? 

Material?

Das Thema ist schnell abgehandelt: Neue Schleudern gibt es nahezu ausschließlich aus Edelstahl. Auf dem Gebrauchtmarkt gibt es sicherlich noch Schleudern aus anderen (potenziell rostenden) Materialien, davon sollte man aber die Finger lassen.

Handkurbel oder Motor?

Ja, bei einer kleiner Völkerzahl kann eine Handschleuder eine kostengünstige Alternative darstellen. Der Honig wird bei diesen Modellen durch den Einsatz von reiner Muskelkraft aus den Waben befördert. Das ist natürlich in der Anschaffung günstiger, als ein Elektromotor. Ich persönlich habe mich aber nicht nur mit Blick auf meine Armmuskel gegen eine Kurbel entschieden. Denn während des Kurbelns ist das weitere Entdeckeln ja nicht möglich. Das wiederum bedeutetet, dass die beiden Arbeitsvorgänge immer nacheinander ausgeführt werden müssen. Wenn die Waben leer geschleudert sind, kann erst die nächste Ladung Honigwaben zum Schleudern vorbereitet werden. Für mich das Hauptargument, warum ein Motor an der Schleuder sein musste.

Größe der Schleuder?

Größe meint zunächst mal, wieviele Waben gleichzeitig in einem Durchgang geschleudert werden können. Diese Frage ist wiederum eng mit der Frage verknüpft welche Art von Schleuder es sein soll. Es gibt im Wesentlichen zwei Arten: Tangential- und Radialschleudern. 
Bei einer Tangential-Schleuder sind Waben kreisförmig mit den Wabenflächen nach außenblickend im Schleuderkessel angeordnet. Bei einer Radial-Schleuder sind die Waben beim Schleudervorgang sternförmig von der Mitte zur Seitenwand ausgerichtet.  Entsprechend passen in eine Radialschleuder in der Regel auch mehr Waben hinein.

Jetzt könnte die Entscheidung auf den ersten Blick einfach ausfallen. Mehr Waben = Besser!? Leider hat die radiale Anordnung auch ihre Nachteile: Der physikalische Effekt, der den Honig bei dieser Anordnung aus den Waben befördert, wirkt erst richtig gut, wenn der Schleuderkessel groß dimensioniert ist, außerdem kann es bei besonders zähen Honigen sein, dass die Waben nicht oder nicht vollständig entleert werden. 

Lange Rede kurzer Sinn, ich wollte gerne eine Tangential-Schleuder, da meine Haupttracht zäher Raps-Honig ist. Außerdem habe ich entschieden, dass ich keine Schleuder benötige, die >12 Waben aufnehmen kann. 

Selbstwendeschleuder?

Bei einem Schleudervorgang müssen die Waben mehrmals gedreht/gewendet werden. Warum mehrmals, einmal müsste doch eigentlich reichen, jede Seite einmal zu schleudern? Leider nein. Jede Seite muss zunächst "angeschleudert" werden. Hierzu wird bei niedriger Drehzahl bei jeder Seite ein Teil des Honigs extrahiert. Bei anfänglich zu schnellem Schleudern, würde sich der Honig nämlich durch die Zellwände zur anderen Seite durchdrücken und sogenannten Wabenbruch verursachen. Das ist dann eine große Schweinerei! :)

Bei einer Selbstwende-Schleuder werden die Waben in Körben eingelegt, die beidseitig mit Gittern geschlossen sind und beim Stillstand der Schleuder zunächst radial angeordnet sein. Durch Federn und Aufhängungen drehen sich diese Körbe dann automatisch zur einen oder anderen Seite, je nachdem, in welche Richtung geschleudert wird.

Hiermit habe ich tatsächlich geliebäugelt, da das manuelle Wenden natürlich schnell nervig werden kann und die Waben in der Regel außerhalb der Schleuder gedreht werden müssen, da der Platz innen nicht ausreicht. Dachte ich zunächst, tatsächlich gibt es aber Schleudern, die keine Mittelwelle, also keinen Mittelsteg in der Schleuder haben. Dadurch wird ein Drehen in der Schleuder möglich. Nachdem ich das herausgefunden hatte, konnte ich mir vorstellen, auf die erheblichen Mehrkosten einer Selbstwendefunktion zu verzichten.

Selbstwendeschleudern gibt auch mit einer programmierbaren Automatik, die den beschrieben Prozess des mehrmaligen Wendens selbstständig durch einmaligen Knopfdruck erledigt.

Sonstige Überlegungen?

Eine nicht zu verachtende Frage, die man sich stellen muss: Passt die Schleuder durch die Tür(en) zum Schleuderraum? Ich war schon live dabei, als dies bei einem Imker nicht der Fall war und die Schleuder komplett zerlegt werden musste, um die Situation doch noch zu retten. Kellertüren halten manchmal nicht unbedingt Standardmaße ein - vorheriges Nachmessen hilft. :)

Bei größeren Schleudern kann man noch über das Erfordernis eines zweiten Ablaufs nachdenken oder über einen Schrägboden, der den Honig leichter abfließen lässt. 

Zufrieden?

Mittlerweile habe ich zwei Mal geschleudert und kann sagen: Ja! Ich bin zufrieden. Die Zeit, die ich mit vergleichen und den oben grob dargestellten Überlegungen verbracht habe, war gut angelegt. Ich habe die passende Schleuder gefunden. Mehr dazu in einem kommenden Beitrag wo wir uns dann endlich der Praxis widmen können.


Montag, 9. März 2015

Rähmchen auskochen

Echt ätzend?!

Es wird Frühling, da fangen die Imker an die Arbeiten zu erledigen, die sie sich eigentlich für die kälteren Tage im Jahr vorgenommen hatten. :)
Aus diesem Grund trafen sich am Wochenende, bei bestem Wetter mehrere Imker unseres Vereins zum gemeinschaftlichen Rähmchen auskochen.

Rähmchen auskochen? Was ist das schon wieder und vor allem was soll das?
Wir erinnern uns: Rähmchen werden in Zargen gehängt, die gestapelt (mit Boden und Deckel) eine komplette Beute ergeben. 
Die Rähmchen sind also in der vom Imker vorgebenen Struktur die kleinste Einheit. Wer sich genauer mit dem Thema beschäftigen möchte, liest hier nochmal nach: Beuten, Zargen und Rähmchen

Was Rähmchen sind, hätten wir also geklärt. Aber warum sollen diese nun ausgekocht werden? Durch das Auskochen in 3%iger Ätznatronlauge werden äußere Verunreinigungen wie Wachs- und Propolisreste o.ä. entfernt, aber vor allem mögliche Krankheitserreger abgetötet. Somit können die den Völkern entnommenen Rähmchen nach der Reinigung wiederverwendet werden. Defekte Rähmchen werden bei dieser Gelegenheit gleich aussortiert und landen im Feuer, das das Ätznatronbad erhitzt.


Soviel nun zur Theorie. Aber wie läuft das in der Praxis ab? 


 Hier zunächst (ein ganz kleiner Teil) der noch unbehandelten Rähmchen.



Meine ehrenvolle Aufgabe war es die Rähmchen auf diese Gewindestäbe zu stapeln. Ebenfalls auf dem Foto seht ihr den Befestigungsmechanismus, der von oben auf die gestapelten Rähmchen kommt und mit der großen Flügelmutter festgezogen wird.



Jetzt kommt ein extra für das Auskochen entworfener Schwenkkran zum Einsatz. Dieser befördert die gestapelten Rähmchen aus sicherer Entfernung in das Ätznatronbad. Darin dürfen die Rähmchen dann einige Minuten das kochende Bad genießen.



Anschließend geht es per Kran wieder raus und zur nächsten Arbeitsstation.




Hier werden die Rähmchen mit Hochdruck-(Reiniger) abgespült und gesäubert.


Anschließend wurden die Rähmchen natürlich einzeln zum Trocknen aufgehängt. Regelmäßiges Wenden und Umhängen nicht vergessen, damit sie auch schön gleichmäßig trocknen. ;) 
Nein, hier hat sich ein Imker einen kleinen Spaß erlaubt, mit seinem "Rähmchen-Baum".

Die Trocknungsstation hatte eher diese Ausmaße (wieder nur ein Teil der Rähmchen):



Das also zu meiner Beschäftigung am letzten Wochenende. Ich freue mich, dass es bald wieder richtig an den Völkern losgeht und dann die Bienen, statt Rähmchen im Vordergrund stehen. :)

Sonntag, 28. Dezember 2014

Süßes! Sonst gibt's....

...Oxalsäure!

Worauf haben Imker in den letzten Wochen am häufigsten geschaut?




Das Thermometer! Denn bevor sich die Bienen (bzw. die Imker) endgültig in den Winterschlaf verabschieden, stand noch die letzte Behandlung gegen die Varroamilbe an: Die Träufelung von Oxalsäure. Dafür ist aber eine niedrige Temperatur erforderlich. Warum? Da die Bienen beim ersten Frost aus der Brut gehen, also die Königin keine Eier mehr legt und die vorhandene Brut nicht mehr gepflegt wird. Die Brutfreiheit der Völker ist deshalb wichtig, da die Milben sich in den Brutzellen vermehren. Ist die Brut verdeckelt, kann die Oxalsäure nicht richtig wirken. Weiterhin ziehen sich die Bienen bei niedrigeren Temperaturen eng in der Wintertrauben zusammen, dadurch kann die Benetzung der Bienen effizienter durchgeführt werden, da die Bienen die Säure untereinander durch Körperkontakt weitergeben. Sind die Bienen weit im Stock verteilt, ist dies natürlich nicht gegeben.

Bevor ich nun auf die Durchführung der Behandlung etwas genauer eingehe, nochmal der Hinweis:


Ich bin Anfänger, verlasst euch nicht auf meine Ausführungen, insbesondere bei der Anwendung von Säuren und Medikamenten! Lest die Packungsbeilage, holt euch evtl. Rat von erfahrenen Imkern, zieht geeignete Schutzkleidung an! Die Anwendungsschritte können bei Eurem Präparat evtl. abweichen.
Insbesondere habe ich auf meinem Blog nicht das gesamte Varroa-Behandlungskonzept dargestellt, da ich für einen Bericht über die Ameisensäure keine Zeit hatte, also verlasst euch dort auch nicht auf meine Ausführungen! Hinweise zu Fachbüchern findet ihr oben unter dem Reiter "Literatur".

So nun aber zur Anwendung der Oxalsäure. Was braucht man?



Säurefeste Handschuhe, eine Spritze mit Skala und Schlauch und natürlich die Säure selbst.



Die Säure besteht aus zwei Komponenten: Einer flüssigen Lösung und Saccharose-Pulver. Beides wird direkt vor der Anwendung vermischt, wodurch die gebrauchsfertige Mischung entsteht.



Anschließend wird die Oxalsäure in die Spritze aufgezogen. Für die Dosierung unbedingt die Packungsbeilage beachten!



Anschließend ging es an die Bienen. Die erste Hürde war dieses Mal das Öffnen der Beuten. Der Frost hatte die Deckel verschlossen. Da wir keinen Stockmeisel am Mann hatten, musste improvisiert werden! :)



Dann konnte es los gehen. Die Säure wird mit Hilfe des Schlauchs der Spritze langsam zwischen die Rähmchen geträufelt. Die untergeschobene Windel half bei den tiefsitzenden Völker die Bienentraube genauer zu lokalisieren.



Das Öffnen und Beträufeln der Bienen sollte zügig erfolgen, damit die Tiere in ihrer Wintertraube möglichst wenig gestört werden.



Damit sind die Arbeiten an den Völkern für diese Saison abgeschlossen. Jetzt kann nur noch gehofft werden, dass die Völker gut durch den Winter kommen! Im Frühjahr werden wir zeitig auf eine ausreichende Versorgung mit Futter prüfen, da der Winter dieses Jahr etwas auf sich warten ließ und zu befürchten ist, dass die Bienen schon einiges an Futter verbraucht haben. 
Bis dahin werde ich die Ausstattung für das kommende Jahr bestellen, damit ich nicht wieder in der "Hauptsaison" bestelle und deshalb hoffen muss, dass alles rechtzeitig eintrifft. Die neuen Beuten wollen ja auch noch gestrichen werden; auch so eine Winterarbeit des Imkers. :)

Sonntag, 6. Juli 2014

Drohnenbrütigen Ableger...

...auflösen in der Praxis.

Hier nun der "Praxis-Post" zum Thema drohnenbrütiger Ableger. Wie habe ich das Volk aufgelöst?

Als erstes wurde in mehreren Metern Entfernung ein weißes Tuch ausgebreitet. Dieses Vorgehen ist nicht unbedingt erforderlich, aber ermöglicht das Finden und Abfangen der Drohnenmütterchen. 

hier das Tuch als Stillleben mit Kater :)

Dann wurde der Smoker angeschmissen, denn das Volk muss stark eingeraucht werden. 


Danach wird das Volk von seinem Standort genommen, die nebenstehenden Völker etwas zusammen gerückt.


Das aufzulösenden Volk wird nun Wabe für Wabe aus der Beute genommen und die ansitzenden Biene auf das Tuch geschlagen.




Die Bienen fliegen nun zurück zum Stand und betteln sich in die übrigen Völker ein. Vor den Fluglöchern war entsprechend viel los!



Auf dem Tuch bleiben die nur bedingt flugfähigen Drohenmütterchen und einige Begleitbienen zurück. 




Ist die Chefin aus dem Haus...

...macht das Fußvolk was es will!

Mein Verdacht, dass einer meiner Ableger drohnenbrütig sein könnte, hat sich leider bestätigt. Mein Imkerpate konnte mir leider auch keine bessere Nachricht überbringen. Das Volk muss nun leider auflöst werden.

Zunächst ein kurzer Überblick was die Drohnenbrütigkeit eigentlich ist.

Diese tritt dann auf, wenn ein Volk längere Zeit ohne Königin ist. Die Bienen merken, dass sie keine Königin mehr haben, da die Pheromone, die diese normalerweise im Stock verteilt, nicht mehr vorhanden sind. Wenn dann auch keine Chance mehr besteht eine neue Königin nachzuschaffen, übernehmen eine oder mehrere Arbeiterinnen die Führung im Bienenvolk und beginnen Eier zu legen. Da die Arbeiterinnen aber nie begattet wurden, legen sie nur unbefruchtete Eier und aus diesen schlüpfen leider nur männliche Bienen, also Drohnen. Da Drohnen weder Honig sammeln, noch Brut pflegen, sondern alleinig für die Begattung von Königinnen zuständig sind, ist das Volk leider nicht überlebensfähig.

Da die Arbeiterinnen die Eier in normalgroße Wabenzellen legen, die Drohnenbrut aber normalerweise größere Zellen benötigt, werden die Zellen nach oben von den Bienen erweitert. Daher nennt man die Drohnenbrütigkeit auch Buckelbrut. Dies schaut dann so aus:



Warum tun die Bienen so etwas? Die erste Begründung, die man mir gab war: Panik. 
Die für mich schlüssigere Begründung lautet: Um auf diesem Wege zumindest auf der männlichen Seite etwas zur "Fortpflanzung" der Bienen beizutragen. 

Aber wie geht der Imker nun damit um? Die Bienen des drohnenbrütigen Volks werden genutzt um andere Völker zu verstärken. Dabei dürfen die Waben aber nicht einfach mit den Bienen in andere Völker gehängt werden, denn die Drohnenmütterchen (so werden die eierlegenden Arbeiterinnen genannt) dürfen auf keinen Fall in die anderen Völker.

Daher werden die Waben des drohenbrütigen Volkes einige Meter vom Bienenstand abgeschlagen. Die Bienen fliegen danach zurück zum Stand und betteln sich in andere Völker ein. Wichtig ist daher vor dem Auflösen das Volk ordentlich einzurauchen, damit sich alle Bienen mit Honig vollsaugen, um beim Zurückfliegen "Gastgeschenke" mitzubringen zu können und ins neue Volk gelassen werden.  Aber warum fliegen die Drohnenmütterchen nun nicht auch zurück? Weil sie durch das Eierlegen so schwer geworden sind, dass sie nicht mehr flugfähig sind. Sollten sie wider erwarten doch zu den anderen Völkern gelangen, werden sie von den Wächterinnen der Völker am Flugloch abgewiesen.

Nun habe ich schon wieder sehr viel Theorie für euch aufgeschrieben, obwohl ich eigentlich ganz praktisch über das Auflösen des Volkes berichten wollte. Das mache ich dann wohl in einem anschließenden Post. 
Aber ich denke es ist auch nötig, dass man halbwegs nachvollziehen kann, warum ich gewisse Schritte an den Völkern durchführe.





Donnerstag, 26. Juni 2014

Königinnen-Palast

Wo die Bienen-Königinnen herkommen

Ich habe in den vergangenen Beiträgen immer wieder von meinen Königinnen und Königinnenzellen gesprochen. Damit die Nicht-Imker sich auch etwas darunter vorstellen können, habe ich von einer Zelle, die ich heute aus einem Volk entfernt habe, mal Bilder für euch gemacht. 



Diese Zellen werden von Bienenvölkern angelegt um eine neue Königin nachzuschaffen. 
Die Arbeiterinnen legen diese größeren Zellen an, die Königin legt ein Ei hinein, welches sich nach 3 Tagen zu einer Larve weiterentwickelt. Die Arbeiterinnen füttern die Brut in diesen Zellen mit Gelee Royal, welches erst dafür sorgt, dass sich eine Königin und nicht einer normale Arbeiterin entwickelt. Am 9ten Tag wird die Zelle dann verdeckelt und sieht dann ein bisschen aus wie eine "Nase". Am 16ten Tag schlüpft dann eine neue Königin.
Diese frisst dabei oben den Deckel ab, was man auf dem Bild sehr gut erkennen kann.



Aber der aufmerksame Leser fragt jetzt: "Die Königin legt ein Ei in die Zelle? Ich dachte der Ableger hat gar keine Königin und soll sich erst selber eine nachschaffen." Ja stimmt, die Bienen können nämlich auch eine normale Zelle nachträglich in eine Weiselzelle umwandeln. Voraussetzung ist natürlich, dass jüngste Brut vorhanden ist.

Ich hatte in den Bienen-News geschrieben, dass ich befürchtete, dass das Nachschaffen in einem der Ableger nicht geklappt hat. Deshalb hatte ich ja aus einen anderen Volk noch eine frische Brutwabe eingehängt. Bei meiner heutigen Kontrolle habe ich wieder keine Königin entdecken können und befürchte weiterhin, dass das Volk drohnenbrütig ist. In diesem Fall müsste es aufgelöst werden. Ich werde mal einen Termin mit meinem Imkerpaten vereinbaren, um zu klären, ob ich mit meiner Vermutung richtig liege.
Dann erkläre ich euch auch, was Drohnenbrütigkeit schon wieder Komisches sein soll! :)

Mittwoch, 14. Mai 2014

Bienenflug

Ja, wo fliegen sie denn?

Wie weit fliegen Bienen eigentlich? Die Antwort ist relativ einfach: in ca. 3km Umkreis um den Bienenstock. Okay, kann man sich merken oder auch nicht. Interessanter wird es wenn es konkret um die eigenen Bienen geht. Noch interessanter, wenn man es sich auf einer Karte direkt anschauen kann und somit ein viel besseres Gefühl dafür bekommt.

Die Zeiten in denen man mit Zirkel und Bleistift vor einer Karte sitzt, sind ja mittlerweile vorbei und da es im Internet ja auch nichts gibt, was es nicht gibt, habe ich mal eine Seite rausgesucht, die das virtuelle Zirkelschwingen für mich übernimmt. 
Das Ergebnis möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten. 

Kommen meine Bienen evtl. auch zu euch in den Garten? Ein paar von euch würden mir einfallen, die im Einzugsgebiet wohnen und meinen Bienen "Guten Tag" sagen könnten. Wer also genauer schauen möchte, klickt hier: https://homecrossing.de/beespace/ 

Für den Imker ist es übrigens durchaus wichtig zu wissen welcher Bereich von den Bienen beflogen wird. Beispielsweise damit er das Trachtangebot, das den Bienen zur Verfügung bewerten und einschätzen kann. Außerdem sollte jeder Imker einen zweiten Bienenstand außerhalb dieses Bereichs unterhalten. Dorthin werden dann neugebildete Ableger gebracht. Warum? Da die Flugbienen sonst zu ihrem alten Volk zurückfliegen würden und der Ableger dadurch geschwächt würde.




Montag, 12. Mai 2014

Neue Seite auf Honigbienenblog.de

Meine Bibliothek

Auf Honigbienenblog.de gibt es eine neue Seite: Literatur.
Zu finden gleich oben auf der Startseite.

Dort stelle ich nach und nach meine Bücher zu den Themen "Imkerei" und "Bienen" in Kurzform vor. Begonnen habe ich mit den "allgemeinen Imker-Büchern". Folgen wird noch Literatur zu "speziellen Themen der Imkerei" sowie Bücher zum Thema "Bienen allgemein" und "Wildbienen".


Warum diese Sektion? Da ich oft gefragt werde welche Bücher ich (Anfängern) empfehlen kann. Dort kann sich jeder nun ein kurzes Bild machen und ich muss nicht immer alles neu erzählen. Zu den bereits teilweise im Blog ausführlicheren Rezensionen habe ich direkt verlinkt. Einige genauere Blogeinträge zu einzelnen Büchern werden in Zukunft dennoch folgen.

Also, viel Spaß beim Stöbern und Anregungen holen.

www.honigbienenblog.de - Literatur


Dienstag, 15. April 2014

Imkerkurs zum Zweiten und Beuten zum Letzten

Grundkurs - Klappe die Zweite

Ich hatte letztes Mal ja schon geschrieben, dass ich den zweiten Teil des Grundkurses besucht habe. Es war wieder reiner Theorie-Unterricht. Ein dritter Teil folgt noch, da geht es dann auch endlich "an die Bienen". 

Diesmal ging es aber erstmal um die Völkerpflege im Laufe eines Bienenjahrs:
Also vom Auswintern im Frühling, zur Honigernte, zur Ablegerbildung und Schwarmverhinderung, zur Varroa-Behandlung und letztlich zur Auffütterung für die Wintermonate. 
Außerdem gab es noch etwas Materialkunde. Dabei wurde mein kleines "Beuten-Problem" natürlich auch thematisiert. 
Vor Ort war zu meiner Überraschung auch der Vereinsvorsitzende aus der Wedemark. Dies gab mir die Möglichkeit das Thema Beuten noch einmal anzusprechen und meine letzten Fragen zu beantworten. Dazu aber gleich nochmal ein wenig mehr. 

Als letztes stand noch ein kleiner "Honig-Kurs" auf dem Plan.
Zum Thema Honig gibt es noch einen Extra-Kurs im September. Dieser wird unter anderem benötigt um Honig in Gläser des Deutschen-Imker-Bundes abzufüllen. Die meisten Imker sagen meist einfach: D.I.B.-Glas. Dieser Kurs soll sicherstellen, dass euer Honig, den ihr auf dem Frühstückstisch stehen habt auch immer in einem einwandfreiem Zustand ist. 

Damit ihr euch ein Bild machen könnt:




Ende der Qual, endlich Auswahl!

Wie ich oben bereits geschrieben habe: Ich habe mich nun endlich für ein Beutensystem entschieden. Es ist die "Liebig-Beute" geworden. Diese ist für das Deutsch-Normal-Maß leider nur im Warmbau verfügbar, aber die restlichen Dinge, die ich mir vorgestellt habe passen alle. Also endlich die Bestellung zusammengestellt und auch gleich abgesandt, nicht, dass ich am Ende doch wieder ins Grübeln komme. :)

Schrieb ich so vor mich hin und dachte, dass nun alles eingetütet ist. Da bekam ich nochmal einen entscheidenden Hinweis und ich habe alles wieder über den Haufen geworfen, zum Telefon gegriffen und die Bestellung komplett verändert.
Ausdrücklicher Dank geht an dieser Stelle an Janos vom Blog "Imkern in Dadant"!

Es sind nun die 10er-Systembeuten geworden. Was war der entscheidene Hinweis? Bei diesem System unterscheiden sich die Zargen lediglich in den Innenmaßen, das heißt, dass wenn ich wirklich mal das Dadant-Maß testen möchte, müsste ich mir lediglich passende Zargen bestellen, Deckel, Absperrgitter, Böden könnte ich auch mit diesen Zargen nutzen.
Der "Nachteil" bezüglich Warmbau besteht auch hier, aber man kann ja nicht alles haben. :)


Wer sich das Ganze schonmal anschauen möchte, klickt hier:
10er-Systembeute bei Holtermann

Ein Lob an dieser Stelle an die Firma Holtermann, die ohne Probleme meine Bestellung geändert hat.

Wenn die Sachen eintreffen, habe ich eigentlich alles beisammen was ich benötige (erst einmal ;)). Lediglich über den "Beutenbock" muss ich mir noch Gedanken machen, also die Unterkonstruktion auf der die Beuten demnächst stehen sollen. Aber auch hierzu habe ich schon ein paar Ideen! Ihr lest es dann natürlich hier!



Mittwoch, 9. April 2014

Die Qual der Wahl Teil 2 - Beuten

Welche Beute darf's denn sein?

Eigentlich dachte ich, dass die Auswahl der passenden Beuten die leichtere Entscheidung sei, wenn nur erstmal das passende Rähmchenmaß gefunden ist... Wie ich nun festgestellt habe, ist dem nicht so! Ich versuche meine Probleme/Fragestellungen mal kurz darzustellen. Einiges lässt sich recht leicht abhandeln:


1. Styropor oder Holz?

Ganz klar Holz! Es gibt bei beiden Materialen Vor- und Nachteile, die aber alle mehr den Imker als die Bienen betreffen. Schlussendlich ist es eine Geschmacksfrage und ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass ich das ich Bienen in Plastikkästen halte.


2. Kalt- oder Warmbau?

Hä? Kalt- oder Warmbau? Im Sommer oder im Winter "gebaute" Beuten, oder was? 
Nein, die Begriffe bezeichnen die unterschiedliche Anordnung der Waben, nämlich: quer oder längs zum Flugloch. Mit warm oder kalt hat es objektiv gesehen nichts zu tun.

Bildlich muss man es sich so vorstellen, dass man als Biene zurück in den Stock kommen und entweder nur eine Wabe sieht oder mehrere nebeneinander. 
Aber was ist nun besser? Eins kann ich sagen: 10 Imker: 11 Meinungen.

Aber es ist wohl wie so oft in der Imkerei: Den Bienen ist es (fast) egal. Wildbienen bauen wohl oft diagonal, bzw. so, dass es zu der Behausung am besten passt. Aber dann sind die Behausungen auch nicht so quadratisch wie in der Imkerei.
Es soll wohl im Warmbau gelegentlich im Winter schneller zu Futterabrissen* kommen, aber darüber habe ich auch widersprüchliche Aussagen gefunden. 

Und der Imker? 
Naja, hier gibt es wieder einen weiteren leichten Vorteil für den Kaltbau: Eine Kippkontrolle kann beim Kaltbau von hinten erfolgen.
Hierbei wird eine komplette Zarge angekippt und das Volk kontrolliert, ohne einzelne Waben zu ziehen. Dies geht natürlich nur in Richtung der Wabenanordnung, denn sonst würden die Waben zusammenrutschen und Bienen zerquetschen.

Okay, aber warum ist Kaltbau dann jetzt besser? Kippt man halt von der Seite...
Man stelle sich einen Bienenstand vor wo viele Beuten in einer Reihe aufgestellt werden, da ist ankippen von der Seite nicht möglich, da zu wenig Platz vorhanden ist. 
Aber anfangs spielt dies sicher keine große Rolle, da man die Völker auch noch nicht so gut einschätzen kann, dass eine Kippkontrolle ausreicht und eben die Volkszahl überschaubar ist und erstmal bleibt.
Aber wir halten mal einen leichten Vorteil für den Kaltbau fest.


3. Falzlos oder mit Falz?

Eines der ersten Dinge, die ich hörte worauf man achten solle, war, dass die Beute falzlos ist und ich dachte auch dies sei Konsens... aber dies scheint mitnichten so zu sein.

Falz bei einer Beute meint, dass jede Zarge unten eine Aussparung hat und oben eine entsprechende "Erhöhung/Rahmen" aufweist, sodass diese beim Stapel ineinander greifen. (Verstanden? Ich anfangs nicht... Ist aber wie bei Getränkekisten, nur anders herum)
Hört sich erstmal stabil an, verrutscht auch nicht so schnell. Ist aber gar nicht nötig, da die Bienen die Beuten so sehr mit Propolis von innen verkleben, dass man in der Regel genug Mühe hat die falzlosen Zargen wieder zu trennen.

Den Bienen ist es mal wieder egal, beim Imkern spielt allerdings auch hier die Kippkontrolle wieder eine Rolle: Wenn ich die obere Zarge gekippt habe, muss ich sie  ein Stück auf die untere Zarge ziehen, damit sie nicht abrutscht. Bei einer vorhandenen Falz müsste man die Zarge also zusätzlich anheben: Unpraktisch und wohl auf Grund des Gewichtes fast unmöglich.

Also: Falzlos soll meine Beute sein.

4. Hoch- oder Flachboden?

Wie die Namen schon sagen, sind die Böden (also der der unterste Teil einer Beute, die Zargen werden hier drauf gestapelt) unterschiedlich hoch.
Ich will an dieser Stelle nicht lange mit weiterer Theorie langweilen! Nur soviel: Die Belüftung ist beim Hochboden besser, dies spielt beim Wandern eine Rolle, also dem Verbringen der Bienen an einen anderen Ort, bspw. um eine Tracht andernorts zu nutzen.
Allerdings wird empfohlen beim Hochboden eine Bausperre einzulegen, damit die Bienen in diesem zusätzlichen Raum nicht wie wild Waben bauen, die "dort nicht hingehören".
Also: Hochboden auch, weil es preislich keine Rolle spielt (Ein Absperrgitter kostet 5€).

Fazit?

Fazit ist: Ich bin mir immer noch nicht sicher! Ich werde wohl noch mal Erfahrungen mit den verschiedenen Herstellern einholen, denn: Auch wenn man sich in allen Punkten, die ich oben dargestellt habe, entschieden hat, muss man erst einmal eine Beute/Anbieter finden, die/der alle Punkte vereint.
Denn hinzu kommen ja noch "weiche Faktoren": Preis, Verfügbarkeit, verwendetes Material, Haltbarkeit, zuverlässiger Anbieter.

Am Samstag ist der nächste Termin des Imkerkurses, ich werde mich umhören und später vielleicht die Beuten, die in der engere Auswahl kamen, in einem weiteren Post gegeneinander abwägen.

Der nächste Beitrag ist dann aber erstmal nicht mehr so trocken, versprochen! :) 
Ich habe nämlich bei Imkerbedarfshändler vorbeigeschaut und ordentlich eingedeckt. Die Einkäufe werde ich nächstes Mal in Bild und Text präsentieren.


*(Futterabriss meint, dass die Bienen, die im Winter in einer Traube dicht gedrängt auf den Waben sitzen und so die Temperatur hochhalten, verhungern, obwohl noch ausreichend Futter vorhanden ist.)

Mittwoch, 2. April 2014

Die Qual der Wahl - Rähmchen

Welches ist das passende Rähmchenmaß?

Hier soll es weiter gehen zum Thema Beuten- bzw. Rähmchenwahl. Ihr erinnert euch noch: In die Rähmchen werden die Mittelwände eingelötet, diese in Zargen gehängt und mehrere Zargen auf einem Boden mit Deckel ergeben eine Beute. Wenn nicht: nochmal einen Post zurückklicken :)

Die Wahl der Beute ist zum großen Teil abhängig von der Wahl der Rähmchen, da bestimmte Beuten nur bestimmte Rähmchen aufnehmen. Ist ja auch logisch die Maße müssen ja passen. Also zuerst die Rähmchen wählen und dann passende Beuten auswählen.

Aber ich hatte ja gesagt, dass dies nicht ganz so leicht sei! Warum? Nun, wenn man mal die Liste: Rähmchen-Maße ansieht, stellt man schon auf den ersten Blick fest, dass schon die Menge an unterschiedlichen Maßen eine Hürde darstellt. 
Viele der Rähmchen-Maße unterscheiden sich allerdings oft nur in Nuancen und werden zum Teil auch nur sehr, sehr regional von nur sehr, sehr wenigen Imkern verwendet. 
Den Bienen ist es nämlich relativ egal, welche Größe die Wabenfläche der Rähmchen hat. Als ich etwas tiefer in das Thema einstieg, merkte ich schnell, dass die Entscheidung zwischen nur wenigen "Standard-Maßen" fallen wird:

Zander
Deutsch-Normal-Maß (DNM)
Dadant

Wenn man sich in der einschlägigen Literatur oder auch im Internet zum Thema Rähmchen einliest, wird meist als erstes empfohlen man solle das in der Region gängige Maß verwenden. Okay, wusste ich damals noch nicht, also versuchte ich die Vor- und Nachteile der Rähmchen auf eigene Faust herauszufinden. Der Unterschied liegt wie gesagt nur bei der unterschiedlichen Größe:
DNM ist das kleinste Maß, Zander ist etwas größer und Dadant ist am größten. 

Unterschiedliche Größe heißt natürlich auch, dass mehr oder eben weniger Wabenzellen pro Mittelwand vorhanden sind. Nun ist es grundsätzlich erstmal egal, da man ja mehrere Zargen übereinander stellen kann und somit den Brut-, bzw. Honigraum entsprechend erweitern kann. Aber: für den Imker ist es nicht egal, denn mehr Rähmchen und Zargen bedeuten beim Arbeiten an den Bienen auch mehr Zeit- und Arbeitsaufwand. 

Zunächst fiel mir das Dadant-Maß auf. Hier wurde ausgerechnet, wie viele Wabenzellen ein Bienenvolk maximal im Brutraum benötigt. Also errechnet wie viele Zellen eine Königin am Tag bestiften kann und dieses mal 21, da eine Arbeiterin diese Zeit zum Schlupf benötigt. Hinzukommen noch Honig- und Pollenzellen und etwas Puffer.
Dadurch wird erreicht, dass immer nur eine Brutzarge benötigt wird. Super, dachte ich anfangs. Es gibt aber einen Nachteil: Da die Waben so groß sind, wird für den Honigraum ein anderes Maß verwendet. Dies hat zunächst einen weiteren Vorteil: Der Imker muss nicht so schwer heben, aber auch einen entscheidenden Nachteil: Die Waben aus dem Honigraum können nach dem Schleudern nicht für den Austausch im Brutraum verwendet werden. Die Wabenhygiene wird dadurch ziemlich erschwert. Für Einsteiger nicht unbedingt empfehlenswert. 

DNM und Zander entscheiden sich nicht allzu stark. Mittlerweile weiß ich aber, dass Zander eher in Süddeutschland verwendet wird. DNM ist bei uns im Imkerverein sehr verbreitet. 

Ich habe mich nun schlussendlich für DNM entschieden, da ich auch meine ersten Bienen auf diesen Rähmchen erhalten werde. Gleich als Exot in die Imkerei zu starten, muss ja auch nicht sein! :)

Aber wenn ich etwas praktische Erfahrungen gesammelt habe, werde ich mir das Dadant-Maß sicherlich noch einmal genauer anschauen. Aber für den Anfang gilt: 
Deutsch-Normal-Maß ist das Rähmchen der/meiner Wahl. 

Okay, dieses Thema wäre also geklärt. Muss also "nur noch" die passende Beute gefunden werden. Ich dachte anfangs, dass dies die leichtere Entscheidung sei, aber der Teufel steckt ja immer im Detail, aber dazu an anderer Stelle mehr... :)

Donnerstag, 27. März 2014

Alles Beuten, oder was?

Von Beuten, Zargen und Rähmchen

Ich hatte ja bereits in meinem letzten Post geschrieben, dass ich schon länger über dem richtigen Beuten- bzw. Rähmchenmaß grübele. Aber worum geht es eigentlich? Da ich mittlerweile so viel nachgedacht und mich informiert habe, versuche ich mal etwas Licht ins Dunkel zu bringen!

Damit auch alle verstehen worum es geht, klären wir zunächst einmal die Grundbegriffe:
Die Behausung des Bienenvolks besteht aus folgenden Teilen:

Beute    -   Zarge   -   Rähmchen

Das Rähmchen bildet die kleinste Einheit. Hierbei handelt es sich um ein kleinen Holzrahmen, in dem ein Draht gespannt wird. Durch (leichten) Stromfluss wird dieser erhitzt, um eine Wachsplatte in das Rähmchen "einzulöten". Diese Mittelwand vereinfacht den Bienen das Anlegen der bekannten Waben, da eine Grundstruktur bereits vorgegeben ist.

Aussehen tut es dann in etwa so:


von AxelHH (Eigenes Werk) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) oder CC-BY-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons


Diese Rähmchen kommen dann in die nächstgrößere Einheit: Die Zarge.
Grob gesagt ist die Zarge einfach eine Holzkiste mit 2 Leisten, auf die die Rähmchen gehängt werden. Klingt simpel? Zu den Details und Fallstricken wollten wir ja später kommen...
Zargen sehen erstmal beispielhaft so aus:


By Axel Hindemith.AxelHH at de.wikipedia [Public domain], from Wikimedia Commons

Als letzten Begriff klären wir die Beute. Als Beute bezeichnet man einen komplettes Magazin, also eine oder mehrere Zargen (gefüllt mit Rähmchen) die auf einem Beutenboden gestapelt und mit einem Deckel versehen werden. Also die Bienenbehausung als Gesamtheit. Die Anzahl der Zargen hängt hierbei von der Stärke des Bienenvolkes ab. Im Boden befindet sich das Flugloch, durch das die Bienen die Beute verlassen können und (nach hoffentlich erfolgreicher Nektar- oder Pollensammlung) wieder einfliegen. Der Deckel dient schlicht dazu, dass die Bienen nicht nass werden. :)
Aufgestellt sehen Beuten dann so aus:


Urheber: Karl-Heinz Wellmann, Wikipedia
Okay, könnt ihr noch folgen? Oder Alles ganz einfach?
Nun, das oben Beschriebene behandelt erstmal nur die Magazinimkerei, also das Imkern mit dem System der variablen Beutentürme.
Es gibt aber noch: Trogbeuten, Golzbeuten, Hinterbehandlungsbeuten, Warrébeuten, die Korbimkerei, die Bienenkiste...

Da ich diese eher "exotischen" Arten der Imkerei für mich mittlerweile ausgeschlossen habe, will ich euch nicht weiter damit behelligen. Aber anfangs hat es mich echt Nerven gekostet, mich da durch zu kämpfen.

Da nun aber alle Bescheid wissen, worum es geht, können wir ja dann im nächsten Post besprechen, warum es nun so schwer ist die richtigen Beuten/Rähmchen zu finden, die ich letztendlich verwenden möchte...

Mittwoch, 26. März 2014

Bienenkundlicher Grundkurs - erster Teil

Der bienenkundliche Grundkurs


Am letzten Wochenende war ich beim ersten Teil des sogenannten "Bienenkundlichen Grundkurs".
Dies war der erste von insgesamt drei Terminen. Zweimal theoretischer Unterricht und als letzes eine Feuerprobe am Bienenstock.

Obwohl dieser schon als ein Zusatztermin angesetzt war, war der Kurs sehr gut besucht. Es fanden sich ca 30 angehende Jungimker im "Treffpunkt Alt-Laatzen" ein. Veranstalter war der Kreisimkerverein Hannover.

Wir erfuhren zunächst etwas über die Organisationsstrukturen des Imkerverbände und deren Aufgaben. Auch die relevanten Berufsgenossenschaften waren Thema.
Anschließend wurden einige rechtlichen Grundlagen besprochen, die wichtig beim Umgang mit Bienen sind. Darf ich einfach ein Bienenhaus in meinen Garten bauen? Wie werde ich Eigentümer eines Bienenvolks? Wo ist das Halten von Bienen ortsüblich?

Nach diesen doch recht trockenen Ausführungen stand endlich die Biene im Mittelpunkt! Wir erhielten viele Informationen über die Biologie und Lebensweise des Bien (So wird von den Imkern der Bienenstock mit allen seinen Bestandteilen genannt). Auch standen Wespen und Hummeln auf dem Lehrplan.

Zum Abschluss gab es die ersten imkerlichen Tipps mit auf den Weg, denn bei einigen der Teilnehmer summt es bereits seit einiger Zeit im Garten.

Bei mir wird es wohl endlich im April/Mai soweit sein. Dann erhalte ich vom Imkerverein 2-3 Ableger.

Bis dahin schaue ich fleißig nach Beuten, die ich bestellen will. So ganz schlüssig bin ich mir bei dem Thema noch nicht. Dazu aber demnächst ein Extra-Beitrag. Nun wälze ich erstmal das umfangreiche Lehrgangsmaterial, das wir ausgehändigt bekamen.